Microsoft 365 wird teurer: Die Preiserhöhung ab Juli 2026 im Überblick
Von Jerome Scheidegger · CEO und Inhaber
Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Microsoft-365-Listenpreise. Weltweit steigen sie je nach Plan um 5 bis 43 Prozent. In der Schweiz ist die Rechnung aber eine andere, und zwar eine deutlich freundlichere: Am 1. Februar hat Microsoft die Frankenpreise für alle Cloud-Dienste um 9,5 Prozent gesenkt. Wer beide Bewegungen zusammenrechnet, stellt fest, dass mehrere Pläne heute günstiger sind als noch im Januar.
Die offiziellen Frankenpreise ab Juli 2026
Alle Angaben pro Benutzer und Monat, Jahresabonnement, exklusive Mehrwertsteuer:
Plan | CHF ab Juli 2026 | Globale Erhöhung | Netto ggü. vor Februar |
|---|---|---|---|
Business Basic | 5.67 | +16,7 % | +5,6 % |
Business Standard | 11.34 | +12 % | +1,4 % |
Business Premium | 17.82 | 0 % | −9,5 % |
Apps for Business | 10.10 | +21 % | +9,7 % |
Office 365 E1 | 8.10 | 0 % | −9,5 % |
Office 365 E3 | 24.56 | +13 % | +2,3 % |
Office 365 E5 | 38.72 | +7,9 % | −2,4 % |
Microsoft 365 E3 | 35.32 | +8,3 % | −2,0 % |
Microsoft 365 E5 | 54.33 | +5,3 % | −4,7 % |
Apps for Enterprise | 14.20 | +16,7 % | +5,6 % |
Die Rechnung, die sonst niemand macht
Interessant wird es beim Vergleich mit dem Preisniveau vor der Februar-Senkung. Business Standard kostete damals CHF 11.20 und liegt heute bei CHF 11.34. Der Aufschlag über das ganze Jahr beträgt also rund ein Prozent, nicht zwölf. Business Premium lag bei CHF 19.70 und kostet heute CHF 17.82. Das ist ein Minus von 9,5 Prozent, obwohl der Plan im weltweiten Vergleich gar nicht erhöht wurde.
Netto, gerechnet vom Januar bis heute, ergibt sich dieses Bild:
- Günstiger geworden: Business Premium und Office 365 E1 mit je −9,5 Prozent, Microsoft 365 E5 mit −4,7 Prozent, Office 365 E5 mit −2,4 Prozent, Microsoft 365 E3 mit −2,0 Prozent
- Teurer geworden: Business Standard mit +1,4 Prozent, Business Basic mit +5,6 Prozent, Apps for Enterprise mit +5,6 Prozent, Apps for Business mit +9,7 Prozent
Am stärksten spürbar bleibt die Erhöhung bei den Frontline-Plänen F1 und F3, die weltweit um 33 respektive 25 Prozent steigen. Auch nach Abzug der Februar-Senkung bleibt hier ein Aufschlag von rund 21 beziehungsweise 13 Prozent. Die Frankenpreise für F1 und F3 publiziert Microsoft nicht öffentlich, die erhalten Sie über Ihren Partner.
Der wichtigste Nebeneffekt: Der Abstand zu Premium ist geschrumpft
Vor Februar lagen zwischen Business Standard und Business Premium CHF 8.50 pro Benutzer und Monat. Heute sind es noch CHF 6.48. Weil Standard gestiegen und Premium gesunken ist, hat sich der Aufpreis für das komplette Sicherheitspaket um rund einen Viertel verkleinert.
Für viele KMU verändert das die Entscheidung grundlegend. Business Premium enthält Intune, Conditional Access, Microsoft Defender for Business und Defender for Office 365 Plan 1. Wer diese Bausteine heute einzeln zu Business Standard dazukauft, zahlt in aller Regel mehr als die CHF 6.48 Differenz.
Was Sie für das Geld zusätzlich bekommen
Microsoft begründet die Anpassung mit über 1'100 Funktionen, die allein im vergangenen Jahr in Microsoft 365, Security, Copilot und SharePoint dazugekommen sind. Der Rollout der neuen Suite-Inhalte läuft seit Juni und ist bis zum 1. August abgeschlossen, mit 30 Tagen Vorankündigung im Message Center.
- Business Basic und Standard: 50 GB zusätzlicher Postfachspeicher, dazu die URL-Prüfung beim Anklicken von Links in Outlook und den Office-Apps
- Business Premium: ebenfalls 50 GB mehr Postfachspeicher, Defender for Office 365 Plan 1 war hier bereits enthalten
- Office 365 E3 und Microsoft 365 E3: Defender for Office 365 Plan 1 mit Safe Links, Safe Attachments und Impersonation-Schutz, bei Microsoft 365 E3 zusätzlich Intune Remote Help, Intune Advanced Analytics und Intune Plan 2
- Microsoft 365 E5: darüber hinaus Security Copilot, Intune Endpoint Privilege Management, Enterprise Application Management und Cloud PKI
Copilot Chat ist entgegen mancher Darstellung kein neuer Bestandteil, sondern seit 2025 in allen Microsoft-365-Lizenzen enthalten. Neu sind die Erweiterungen: Postfach- und Kalenderkontext, Zugriff auf Word-, Excel- und PowerPoint-Agents sowie Steuerung und Auswertung im Admin Center.
Wichtig für die Einordnung: Basic, Standard und Office 365 E1 erhalten nicht den vollen Defender-Plan, sondern nur die Linkprüfung. Echter Anhangs- und Identitätsschutz bleibt Business Premium und den E3-Plänen vorbehalten.
Die zwei Kostentreiber, die niemand auf dem Radar hat
Neben dem Listenpreis entscheidet die Abrechnungsform über den effektiven Betrag. Wer eine echte Monatslaufzeit wählt statt eines Jahresabonnements, zahlt rund 20 Prozent mehr. Business Standard kostet dann statt CHF 11.34 gleich CHF 13.61, Business Basic statt CHF 5.67 dann CHF 6.80. Dazu kommt ein Aufschlag von 5 Prozent, wenn ein Jahresvertrag monatlich statt jährlich bezahlt wird.
Bei 45 Benutzern auf Business Standard sind das über CHF 1'200 pro Jahr, ohne dass sich am Leistungsumfang irgendetwas ändert.
Der entscheidende Termin ist Ihr Verlängerungsdatum
Bestehende Abonnements laufen bis zur nächsten Verlängerung zum bisherigen Preis weiter. Die neuen Preise greifen erst bei der ersten Erneuerung nach dem 1. Juli 2026. Bis dahin bleibt Zeit, die Lizenzstruktur zu prüfen.
Fazit
Für Schweizer Unternehmen ist die Preiserhöhung deutlich milder ausgefallen, als die weltweiten Prozentzahlen vermuten lassen. Mehrere Pläne kosten in Franken heute weniger als im Januar. Der eigentliche Hebel liegt woanders: im geschrumpften Abstand zwischen Standard und Premium, in der richtigen Abrechnungsform und in Lizenzen, die niemand mehr nutzt. Wer diese drei Punkte vor dem nächsten Verlängerungsdatum anschaut, spart in aller Regel mehr, als die Erhöhung überhaupt gekostet hat.
Alle Preise in CHF pro Benutzer und Monat, Jahresabonnement, exklusive MwSt. Quelle: microsoft.com/de-ch sowie Microsoft Licensing Pricing and Packaging Update. Stand: August 2026. Preise über CSP-Partner können abweichen.

